Zusammenfassung

Canihua so heißt das Pseudogetreide eines südamerikanischen Gänsefußgewächses, das aktuell stark an Aufmerksamkeit gewinnt.

Seine dunkelroten Samen wachsen in den Hochebenen der Anden in Bolivien und im Süden Perus. Canihua schmeckt ähnlich süßlich-nussig wie Quinoa und ist der rising star unter den Superfoods.

Die wertvollen Nährstoffe und die Vielseitigkeit des Einsatzes, machen ihn ähnlich beliebt wie seinen engen Verwandten Quinoa.

Canihua ist glutenfrei, reich an Proteinen, hat viele Ballaststoffe und enthält viel Eisen. Zudem weist die für den menschlichen Organismus wichtigen Antioxidantien auf.

Die winzig kleinen Canihua-Körner sind dunkel rötlich – braun gefärbt und in etwa halb so groß, wie ein Quinoa Samen. Sie werden hierzulande häufig gepufft, zu Müsli-Riegeln verarbeitet oder in Brot verbacken.

Aber auch gekocht, als Beilage und als Zutat in Smoothies, Joghurts und Müslis erfreuen sich die Canihua-Samen wachsender Beliebtheit.

Canihua-Körner
Canihua-Körner

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Herkunft

Canihua stammt aus der peruanisch-bolivianischen Altiplano-Region, einer Hocheben in den Anden, in der die Pflanze seit langer Zeit auf bis zu 4.000 Höhenmetern auf ganz traditionelle Art angebaut wird.

Der botanische Name von Canihua lautet: Chenopodium pallidicaule. Wie Quinoa und Amaranth gehört Canihua (auch: Kañiwa) zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Aufgrund seiner winzig kleinen Körner wird Canihua häufig auch als Baby-Quinoa bezeichnet.

Für die Andenregion ist Canihua ein wahrer Segen, da er den Ernährungsbedarf der Bevölkerung optimal ergänzt.

Anbau

Die Heimat von Kañiwa liegt in der Hochebene der Anden bzw. in Peru.

Die widerstandsfähige Pflanze gedeiht auf kargen und felsigen Böden und übersteht sowohl Frostperioden als auch Trockenperioden. Auf Grund der dadurch bedingten “sicheren Ernteerträge” und seiner wertvollen Nährstoffe ist Canihua aus der traditionellen Küche der Andenbewohner nicht mehr wegzudenken.

Bis heute bauen die Bauern Canihua dort auf traditionelle Weise an. Geerntet wird, wenn sich die Pflanze im Herbst verfärbt. Nach dem Mähen bleiben die Pflanzen zum Trocknen einige Zeit auf dem Feld liegen, bevor sie per Hand oder von Maschinen gedroschen werden.

Die Körner sind mit einer feinen Spreu bedeckt und müssen gereinigt werden. Dazu ist viel Handarbeit nötig.

Und obwohl Canihua in Peru bereits seit langem angebaut wird, zählt die Globale Fördergemeinschaft für ungenutzte Arten (GFU) es zu den vernachlässigten Pflanzenarten, die für die Ernährung der Weltbevölkerung mehr Bedeutung verdient hätte.

Besonders die Tatsache das Canihua nur in geringem Umfang angebaut wird, lässt noch viel Potential für eine höhere Produktion zu.

Geschmack

Als enger Verwandter von Quinoa ähnelt sich der Geschmack von Canihua diesem. Näher beschrieben haben die winzigen schokobraunen Körner einen intensiven, süßlich-nussigen Geschmack. Einige sagen Canihua eine Ähnlichkeit zu Schokolade nach. Durch Rösten der Canihua-Körner vor der Verarbeitung kann dieser Geschmack noch verstärkt werden.

Canihua – Nährwerte

Die Nährwerte gelten pro 100 g Canihua.

Nährwerte Werte
Energie 358 kcal
Fett 8,0 g
– ungesättigte Fettsäuren 1,5 g
Kohlenhydrate 51 g
davon Zucker 2,5 g
Ballaststoffe 12 g
Eiweiß 15 g
Folsäure 148 µg
Magnesium 211 mg
Eisen 14 mg
Zink 4,0 mg

*% der Nährstoffbezugswerte (NRV).

 

Die Canihua-Samen sind glutenfrei und sehr eiweißreich. Sie enthalten 15 Prozent Eiweiß, das sich in der biologischen Wertigkeit gut mit Getreide ergänzt. Über 40 Prozent des Fettgehalts von rund 8 g liegt als Linolsäure vor. Sie gehört zu den essentiellen Fettsäuren und ist äußerst wichtig für den menschlichen Körper. Da sie allerdings extern zugeführt werden muss, sind Canihua-Samen eine hervorragende Quelle dafür. Außerdem liefern Canihua-Samen Folsäure, Eisen und wertvolle Ballaststoffe.

Wie gesund ist Canihua eigentlich?

Es gibt einige Gründe, warum Canihua so geschätzt wird.

Canihua ist…

  • reich an pflanzlichem Eiweiß
  • reich an Ballaststoffen
  • reich an Folsäure
  • reich an Mineralstoffen (Eisen, Magnesium, Zink)
  • reich an Antioxidantien
  • Allergiker-freundlich

Reich an pflanzlichem Eiweiß

Canihua enthält sehr gesundes pflanzliches Eiweiß, welches leichter verdaulich und für den Körper leichter zu verwerten ist als Eiweiß auf tierischer Basis.

Reich an Ballaststoffen

Die Canihua-Pflanze hat einen cira 10% hohen Ballaststoffanteil. Eine ballaststoffreiche Ernährung führt zu einer langsameren Aufnahme der im Essen enthaltenen Kohlenhydrate und sorgt dadurch für einen geringeren Blutzuckerspiegel nach dem Essen. Aufgrund dessen wird vor allem auch Diabetikern empfohlen, sich ballaststoffreich zu ernähren.

Reich an Folsäure

Das Canihua-Korn hat einen hohen Gehalt an Folsäure. Dieses Vitamin spielt beispielsweise bei der Zellteilung eine wichtige Rolle im Körper.

Reich an Mineralstoffen (Eisen, Magnesium, Zink)

Canihua-Körner weisen einen hohen Mineralstoffgehalt auf. Sie sind eisenreich, was für den Sauerstofftransport, die Sauerstoffaufnahme und die Zellfunktionen bedeutend ist sowie äußerst zinkhaltig, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt.

Reich an Antioxidantien

Canhiua-Körner sind eine ausgezeichnete Quelle für Antioxidantien. Diese schützen den menschlichen Organismus und senken das Risikos chronischer Erkrankungen wie Herzerkrankungen.

Allergiker-freundlich

Canihua ist sehr Allergiker-freundlich, da es weder Gluten, Laktose, Soja oder Ei enthält und somit eine optimale Ergänzung zu anderen Alternativen bildet.

Fazit

Geschmacklich ähneln die Canihua-Körner dem Geschmack von Schokolade. Dabei haben sie unschlagbare 2/3 weniger Fett als die braune Nascherei selbst. Doch eine gute Nachricht kommt selten allein – Canihua ist dafür ziemlich kalorienreich und enthält beachtliche Mengen Kohlenhydrate, wenn auch nur rund 3 g Zucker.

Durch viele Kohlenhydrate, trotz geringem Zuckeranteil von ca. 3g, ist Vorsicht geboten für die, die darauf achten. Aber durch eine große Portion Protein und eine Abdeckung von einem Drittel des Tagesbedarfs an Ballaststoffen, Zink, Eisen und viel Folsäure pro 100g macht Canihua diesen Nachteil auch wieder gut.

Canihua – Verwendung

Canihua ist ideal für eine kreative und abwechslungsreiche, gesunde Küche. Early Adopters unter den foodies sind bereits wie wild am Rumprobieren – mit großem Erfolg. International ist Canihua auf dem Vormarsch.

Sie lassen sich sowohl vermahlen als auch gekocht zum Backen verwenden und eignen sich hervorragend als Basis für gemischte Salate, exotische Pfannengerichte oder als leckere Beilage. Traditionell werden Canihua-Kröner geröstet, gemahlen und dann als Canihua-Brei verzehrt oder in Getränke wie Smoothies eingerührt.

Die Naturheilkunde in Peru und Bolivien zeigt weitere Nutzungsmöglichkeiten des Wunderkorns: Einheimische nutzen die Samen zudem bei Höhenkrankheit und bakteriellen Infektionen des Darms. Die Asche des Halms dient als Abwehrmittel gegen Spinnen- und Insektenbisse und die trockenen Halme und die Spreu lassen sich als Tierfutter nutzen.

Canihua – Haltbarkeit & Aufbewahrung

Canihua kann im trockenen Zustand problemlos über ein Jahr gelagert werden. Um die optimale Haltbarkeitsdauer zu erreichen, empfehlen wir, das trockene Korn stets gut verschlossen bei Raumtemperatur zu lagern.

Canihua eignet sich aber auch im gekochten Zustand hervorragend für den späteren Verzehr. Bei Aufbewahrung von gekochten Canihua im Kühlschrank, hält dieser rund eine Woche. Die Aufbewahrung ist denkbar einfach nutzen Sie dafür einfach luftdichtverschlossene Aufbewahrungsbehälter.

Was ist bei einer Lagerung im Kühlschrank zu beachten?

Fertig zubereitetes Canihua sollte erst in abgekühltem Zustand zur Aufbewahrung in den Kühlschrank gestellt werden. Falls Sie eine Glasschale verwenden, decken Sie diese für eine längere Haltbarkeit mit Frischhaltefolie ab. Gut geeignet sind Nahrungsmittelfreundliche Kunststoffboxen. Im Gegensatz zu der Abdeckung mit Frischhaltefolie, stellt eine solche geschlossene Frischhalte-Box eine gute Barriere für Sauerstoff dar. Hierdurch wird der Verfall deutlich verlangsamt und die Haltbarkeit deutlich gesteigert.

Wie sollte Canihua nicht gelagert werden?

Nicht geeignet sind Alufolien. Alu hat zwar eine gute Dämmeigenschaft und eine einfache Handhabung, ist jedoch für feuchte salz- oder säurehaltige Lebensmittel nicht geeignet. Aus Geschmacks- und gesundheitlichen Gründen raten wir allgemein davon ab Nahrungsmittel in Alufolie zu lagern. Insbesondere, wenn andere Metalle wie Tabletts oder Ofenbleche in der Nähe sind. Unterschiedliche Metalle beeinflussen sich und Aluminium kann sich hierdurch auflösen und zwischen die Nahrungsmittel gelangen.

Zubereitungstipps für Canihua

In der traditionellen südamerikanischen Küchen werden die Canihua-Körner geröstet, gemahlen und als süße Breie verzehrt oder in Getränke eingerührt. Bei der gemahlenen Variante, dem Canihua-Mehl, spricht man auch vom Canihuaco.

Es eignet sich hervorragend als Kakaoersatz oder zum Backen von Brot, Muffins und oder Kuchen. Auch für einen Waffelteig oder Pfannkuchenteig bietet sich das hellbraune, feine Mehl bestens an.

In seiner unverarbeiteten Form eignet sich Canihua perfekt als Beigabe zum Müsli, in Smoothies oder oder als Topping auf Süßspeisen, Joghurt und Quarkspeisen.

Tipp

Canihua lässt sich zudem als gesunde Knabberei verarbeiten. Ähnlich wie bei der Herstellung von Popcorn, kann man die Canihua-Körner unter Anwendung von Druck und Hitze platzen lassen. Statt Popcorn heißt dieser Snack dann Canihua-Pops produzieren.

Canihua kochen

Canihua wird im Verhältnis 2 zu 1 gekocht. 50 Gramm ergeben in etwa eine Beilagenportion Canihua für eine Person.

Zutaten:

  • 50 g Canihua
  • 100 ml Wasser

Zubereitung:

  1. Geben Sie zum Canihua kochen die zweifache Menge Wasser (100 ml) in einem Topf und bringen Sie das Wasser zum Kochen.
  2. Nach Belieben können Sie Salz hinzugeben.
  3. Fügen Sie nun die Canihua-Körner hinzu und lassen Sie das ganze unter gelegentlichem Umrühren für 15 Minuten köcheln, bis das Wasser ganz aufgenommen wurde.
  4. Ist das Wasser vollständig aufgenommen, ist die Beilage verzehrfähig

Canihua Rezepte

  • Canihua-Pfannkuchen
  • Canihua-Pudding
  • Müsli – http://www.lifefood.de/details/recipe/das-etwas-andere-muesli.html
  • Brötchen – http://schrotundkorn.de/rezepte/lesen/canihua-brotchen-mit-magerquark.html
  • Salat – http://www.ceres.co.nz/recipes/mains/canihua-salad-with-citrus-dressing/

Einkaufstipps für Canihua

Canihua können Sie im Internet (Hier kaufen bei Amazon), in Bio-Läden, Reformhäusern und sogar einigen Drogerien kaufen. Im Biohandel gibt es darüber hinaus aus Canihua hergestellte Produkte wie feines Mehl, Brot, süße Riegel, Kuchen, Kekse oder Pops.

Nährwerte Canihua und andere Superfoods

Nährwerte Canihua Quinoa Amaranth Teff
Fett 8,0 g 6 g 7 g 2,4 g
– ungesättigte Fettsäuren 1,5 g 3,3 g 2,8 g 1,1 g
Kohlenhydrate 51 g 64 g 65 g 73 g
davon Zucker 2,5 g 1,0 g 1,7 g 1,8 g
Ballaststoffe 12 g 7 g 7 g 8 g
Eiweiß 15 g 14 g 14 g 13 g
Folsäure 148 µg (74%)* 50 µg 50 µg
Magnesium 211 mg (56%)* 197 mg 248 mg 335 mg
Eisen 14 mg (100%)* 4,6 mg 7,6 mg 7,6 mg
Zink 4,0 mg (40%)* 4,3 mg 2,9 mg 3,6 mg

 

Geschmacklich ähnelt Canihua vergleichbaren Superfoods wie Amaranth und Quinoa. Alle drei sind technisch eine Saat, die wir wie Getreide nutzen und oder kochen. Amaranth und Quinoa haben in den letzten Jahren einen wahrhaften Hype erfahren. Um so erstaunlicher ist es, dass ihre positiven Eigenschaften und Nährwerte nicht an die von Canihua heranreichen. Canhiua hat weniger Kohlenhydrate, mehr Ballaststoffe und weist die meisten Proteine auf!

Zudem ist Canihua deutlich einfacher zu verarbeiten als beispielsweise Quinoa. Das liegt vor allem daran, dass Canihua keine Saponine aufweist. Diese Beschichtung gibt Quinoa einen seifigen, leicht bitteren Geschmack. Deswegen ist es immer empfehlenswert, Quinoa vor der Verarbeitung nochmals gründlich abzuspülen.

Pro Portion enthält Canihua mehr Eiweiß, Antioxidantien und Eisen als Quinoa und ist daher mehr als eine Alternative!

Video-Exkurs: Canihua mahlen

In diesem Video erläutert die Firma Schnitzer, wie Canihua-Körner am besten zu Canihuamehl gemahlen werden.

Quellen zu Canihua

Bücher über Canihua